Umgang mit Gruppendiskussionen im AC

Assessmentcenter Gruppendiskussionen

In der Gruppendiskussion punkten

Konzepte entwickeln, Empfehlungen geben, Entscheidungen treffen, ein Meinungsbild erarbeiten, Probleme lösen, Chancen und Risiken herausarbeiten... das sind die Herausforderungen mit denen es Kandidaten beim Assessment in einer Gruppendiskussion zu tun haben.

Viele Bewerber fragen sich dabei, mit welcher Strategie sie in die Diskussion gehen sollen und was sie tun können, wenn sie es mit sehr dominanten Mitbewerbern zu tun haben.

Lesen Sie, worauf es ankommt und wie Sie sich selbst verhalten können, wenn Sie zielführend agieren wollen.

Gruppendiskussion strukturieren und lenken

Struktur schaffen

Zunächst ist es wichtig nicht gleich inhaltlich in die Diskussion einzusteigen, sondern sich erst einmal Zeit zur Klärung für die gemeinsame Vorgehensweise zu nehmen.
Klären Sie zu Beginn der Diskussion ab, welches Ziel genau erreicht werden soll, wer welche Aufgaben übernehmen wird (Visualisierer, Zeitwächter, bei Bedarf Moderator...) und welche Vorgehensweise sich anbieten würde.
Je nach Aufgabenstellung kann es Sinn machen, ein Meinungsbild einzuholen, ein Brainstorming zu machen, Pro- und Contra-Argumente zu sammeln, u.ä....
Machen Sie ruhig proaktiv Vorschläge zur Vorgehensweise oder unterstützen Sie Vorschläge eines anderen Kandidaten, solang es zielführend ist.

 

Standpunkte gut argumentieren

In der nächsten Phase werden die gesammelten Sichtweisen, Argumente oder Ideen diskutiert. Hier kommt es darauf an, dass Sie einerseits Ihre Argumente schlüssig argumentieren können, andererseits die Fähigkeit besitzen auf die Standpunkte der anderen einzugehen, nachzufragen und mit Ihren eigenen Ansichten zu verknüpfen.

An dieser Stelle ist es auch hilfreich, Schweiger zu ermuntern, ihre Standpunkte und Argumente zu äußern, damit möglichst alle Sichtweisen eingeholt werden.

 

Argumente und Vorschläge immer visualisieren

Sollte sich im Raum ein Flipchart oder eine Metaplanwand befinden, ist es ein Hinweis darauf, dieses Medium auch zu nutzen. Regen Sie an, dass die genannten Argumente, Ideen und Vorschläge visualisiert werden.
Entweder findet sich jemand, der das für die Gruppe macht oder jeder soll sein Argument stichwortartig anschreiben. Hierzu empfiehlt es sich, einen Vorschlag zur Visualisierung zu machen: Matrix, Tabelle, Skizze, Phasenabläufe usw.

 

Zusammenfassen und zielführende Fragen stellen

Behalten Sie die Zeit im Blick und fassen Sie die bisherigen Ergebnisse zusammen. Wo gibt es Gemeinsamkeiten, wo sind noch Meinungsverschiedenheiten? Welcher Tenor wird in der Gruppe deutlich?
Stellen Sie weiterführende Fragen, um Meinungsverschiedenheiten zu reduzieren:

„Was wäre für Sie noch wichtig, um die Ergebnisse mittragen zu können?“

„Wenn Sie das so ablehnen, was würden Sie anstatt dessen vorschlagen?“

„Was sollten wir aus Ihrer Sicht noch bedenken?“

„Unter welchen Bedingungen würden Sie dem Vorschlag zustimmen?“

Fragen signalisieren Ihren Diskussionspartnern, dass Sie sie ernst nehmen und an ihrer Meinung interessiert sind.

 

Ist- Soll Abgleich für die Zielsetzung

Vergleichen Sie ungefähr 10 Minuten vor Diskussionsschluss die Ergebnisse der Gruppe mit der ursprünglichen Aufgabenstellung und der konkreten Zielsetzung ab. Machen Sie deutlich, was die Gruppe erreicht hat und was noch offen geblieben ist. Sie können an dieser Stelle sowohl eigene Vorschläge zur Zielerreichung vorstellen, als auch die anderen Diskussionsteilnehmer bitten, Vorschläge zu machen.

 

Ergebnisse konkretisieren und visualisieren

Fast immer wird von den Diskussionsteilnehmern nach der Diskussion eine Kurzpräsentation der Ergebnisse verlangt. Die Gruppe sollte sich auch darauf einstellen, dass die Ergebnisse kritisch hinterfragt werden.
Umso wichtiger ist es, die Ergebnisse zu konkretisieren und sie auch für die Assessoren in Form einer Matrix oder Skizze sichtbar zu machen.
Sollte sich niemand in der Gruppe verantwortlich fühlt, bieten Sie sich an, mit Hilfe der Gruppe die Ergebnisse zu skizzieren und vor den Assessoren mit stichhaltigen Argumenten zu präsentieren.

 

Umgang mit der Rolle des Diskussionsleiters

Es wird immer wieder diskutiert, ob es vorteilhaft ist, die Rolle des Diskussionsleiters oder Moderators in einer Gruppendiskussion zu übernehmen. Grundsätzlich ist es erst mal entscheidend, ob Sie sich die Rolle überhaupt zutrauen und gute Moderationskompetenzen besitzen.

Wenn Sie die Rolle offiziell übernehmen, diese Rolle aber nicht gut ausfüllen, dann ist es eher nachteilig für Sie, weil Sie den Erwartungen nicht entsprochen haben.

Rolle des Moderators inoffiziell ausüben

Sie können die Rolle aber auch inoffiziell ausüben, indem Sie einfach Vorschläge zum Verfahren machen, nachfragen, zusammenfassen und die Gruppe immer wieder an das Ziel und die Aufgabe erinnern. Sie würden also immer dann eingreifen, wenn Sie das Gefühl haben, die Gruppe verheddert sich gerade oder verliert sich im Detail.

So vermeiden Sie auch das Gerangel um den Posten als Moderator. Sollte sich also ein anderes Gruppenmitglied anbieten, können Sie in Ruhe abwarten und an den Stellen zielführend eingreifen, wo Sie es für notwendig halten.

Sich nicht verstellen

Grundsätzlich empfehle ich Ihnen bei der Gruppendiskussion im Assessment nicht daran zu denken, wie Sie Punkte machen können, sondern eher alles dafür zu geben, dass die Gruppe ein gutes Ergebnis erzielt und sich dabei kollegial zu verhalten. Dafür lohnt es sich, strukturiert vorzugehen, die Diskussionspartner wertschätzend im Blick zu haben und zu kooperieren und gleichzeitig engagiert und schlüssig zu argumentieren. Verstellen Sie sich also nicht, sondern nutzen Sie Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen.